08. August 2017 von Nicky Hoff

Bad Lausick: Steffi Miethe leitet nun die Oberschule

Steffi Miethe vor der Bad Lausicker Oberschule. Ein Vierteljahrhundert war sie hier Stellvertreterin, jetzt leitet sie die Schule. Quelle: Jens Paul Taubert
Steffi Miethe vor der Bad Lausicker Oberschule. Ein Vierteljahrhundert war sie hier Stellvertreterin, jetzt leitet sie die Schule. Quelle: Jens Paul Taubert

Bad Lausick. Dass Steffi Miethe ab Montag die Oberschule Bad Lausick übernimmt, ist nur konsequent: Fast drei Jahrzehnte ist sie bereits in Schulleitungen eingebunden, stand seit 1992 dem jetzt in den Ruhestand gewechselten Reinhard Deuil als Stellvertreterin zur Seite. Mit der Bad Lausicker Schule ist sie bestens vertraut, kennt die Lehrer, die Schüler, viele Eltern und vor allem auch die Abläufe.

Dass sie durch das Kultusministerium aus einem dreiköpfigen Bewerberfeld ausgewählt wurde, freut sie. „Ich denke, es muss keiner von außen kommen. Ich habe vielmehr das Gefühl, es ist gut, wenn man sich kennt, miteinander vertraut ist. Schule zu gestalten, macht mir Spaß.“ Neu als Stellvertreterin an ihrer Seite ist Anke Schneider. An der Bad Lausicker Oberschüler lernen 370 Heranwachsende. Betreut werden sie von 32 Pädagogen, einer Schulsozialarbeiterin, einem Schulklubleiter.

Steffi Miethe, in Geithain aufgewachsen, in Prießnitz zu Hause, studierte Mathematik- und Physiklehrer, sattelte 1998 ein Informatikstudium drauf. Nach einem Zwischenspiel in Halle war sie in der Wendezeit an der Prießnitzer Schule, wechselte nach deren Schließung in die Kurstadt. In den vergangenen Jahren gab sie ausschließlich Informatik; jetzt, trotz der neuen Funktion, wird sie darin zumindest noch die Zehnten unterrichten.

„Wir sind wirklich gut aufgestellt. Bei uns gibt es keine Unterrichtskürzungen. Der Ausfall liegt im Schnitt bei zwei bis drei Prozent. Das kann sich sehen lassen“, sagt die 61-Jährige. Und was die bauliche Ausstattung betreffe, da habe die Stadt Bad Lausick in den vergangenen Jahren Großes geleistet: die Schule saniert, Fachkabinette auf den neuesten Stand gebracht, eine neue Turnhalle und einen Sportplatz gebaut. Die Schule habe mit dem Förderverein und Kooperationspartnern Unterstützer an der Seite.

Sie könne an Bewährtes anschließen, wolle aber auch eigene Akzente setzen, sagt Miethe. Ein zentraler Punkt, wie er so auch im Schulgesetz formuliert sei: „Wir unterrichten nicht Fächer. Wir unterrichten Schüler.“ Das eigene Tun reflektieren, wertschätzend miteinander, mit den Schülern, den Eltern und den vielen Partnern der Schule arbeiten, das sei unverzichtbar für den Schulerfolg, der nicht nur ein Lernerfolg sei. Es gehe nicht allein um Fachwissen, sondern um die Persönlichkeitsentwicklung eines jeden Schülers.

Eine besondere Freude ist es für Steffi Miethe, dass es im neuen Schuljahr erstmals seit Langem wieder drei 5. Klassen gibt. Die Anmeldezahlen wiesen nach oben. Das an sich sei schon eine gute Nachricht, wichtiger aber noch sei, dass bei einer Dreizügigkeit die Klassenstärken selbst etwas niedriger gehalten werden könnten.

Von Ekkehard Schulreich

LVZ, 04. August 2017, 17:09 Uhr