Nicky Hoff

Elternbrief des Staatsministers für Kultus Christian Piwarz - Änderungen im Schulbetrieb ab dem 26. April 2021

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Eltern,

kurzfristig müssen wir uns alle auf erneut weitreichende Einschränkungen im Schulbereich einstellen, die insbesondere die Kinder treffen. Ich weiß, wie schwer diese Last auf den Familien liegt und welche Sorgen Sie sich um die Entwicklung Ihrer Kinder machen. Der Bundesgesetzgeber lässt uns mit der Novelle des Infektionsschutzgesetzes keinen Spielraum mehr, um Präsenzunterricht an allen Schulen anzubieten. Die Regelungen zum Wechselunterricht ab einer lnzidenz von 100 und der Untersagung von Präsenzunterricht ab einer Inzidenz von 165 gelten unmittelbar.

Sowohl die Lehrerinnen und Lehrer als auch wir im Sächsischen Staatsministerium für Kultus werden weiterhin alles unternehmen, um Ihren Kindern auch in dieser Situation gute Chancen zu kontinuierlichem Lernen zu eröffnen.

Ihrer Schulleiterin bzw. Ihrem Schulleiter haben wir Empfehlungen zur Umsetzung an die Hand gegeben. Sie werden den Schulbetrieb gemeinsam mit Ihren Lehrerkollegien entsprechend der personell und räumlich höchst unterschiedlichen Gegebenheiten ausgestalten. Wenn Präsenzunterricht im Wechselmodell möglich ist, orientieren sich die Schulen an den Regelungen seit Mitte März 2021.

Die vom Bundesgesetzgeber vorgegebene Pflicht zum Wechselmodell an den Grundschulen bringt uns und die Schulen ebenso wie die Familien in eine äußerst schwierige Situation. Wir müssen das etablierte Konzept der festen Gruppen/Klassen komplett umkrempeln. Die Grundschule muss gleichzeitig Unterricht, Notbetreuung und Hort - meist am gleichen Standort - planen. Um den großen Personalbedarf abzudecken, haben wir dafür gesorgt, dass unbürokratisch auch zusätzliche Kräfte eingesetzt werden können. Das ist aber leider nicht in wenigen Tagen organisiert. Bitte haben Sie Verständnis, dass Lösungen erst gefunden und kontinuierlich optimiert werden müssen.

In der Phase des Wechselunterrichts sollen Präsenzunterricht und häusliche Lernzeit miteinander verknüpft sein. Die häusliche Lernzeit soll den Lernstoff aus dem Präsenzunterricht durch Üben und Festigen unterstützen. Dazu erhalten die Schülerinnen und Schüler natürlich auch Aufgaben. Die Begleitung der Schüler in der häuslichen Lernzeit kann nicht mit der Intensität wie in den bisherigen bzw. alleinigen Phasen der häuslichen Lernzeit erfolgen, denn die Lehrkräfte realisieren dann, wenn Ihr Kind zuhause lernt, den Präsenzunterricht für die andere Hälfte der Klasse.

Die verstärkte Nutzung der Plattform LernSax haben wir mit einem zusätzlichen Puffer gesichert und die Speicherkapazitäten nochmals erheblich ausbauen lassen. In den Phasen, in denen bis auf die Abschlussklassen und die Klassenstufe 4, kein Präsenzunterricht möglich ist, ist die Unterstützung durch die Schule besonders wichtig. Die Schulen kennen den Erwartungshorizont für die Gestaltung der häuslichen Lernzeit haben wir bereits im Februar kommuniziert.

Zur Bewältigung der Wissens- und Kompetenzlücken liegt bereits ein Plan vor. Die reduzierten Lerninhalte für dieses Schuljahr sind definiert, sodass die Kinder möglichst auf einen gemeinsamen Stand kommen können. Und auch im nächsten Schuljahr werden die Lehrkräfte den notwendigen Freiraum erhalten, um den unterschiedlichen Lernständen der Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden. Die Schülerinnen und Schüler werden die Lernrückstände aufholen.

Wir haben Ihnen weitergehende Informationen zum Schulbetrieb ab Montag auf unserem Blog www.bildung.sachsen.de/blog zur Verfügung gestellt.

Es ist für alle eine schwierige Situation. Die Schulleitungen sind in der Verpflichtung, die Regelungen umzusetzen. Sie geben mit ihren Kollegien ihr Bestes.

Mit Engagement wird es gelingen, das Schuljahr gut zu beenden. Bitte, motivieren Sie weiterhin Ihre Kinder, am Ball zu bleiben. Geben Sie Ihnen Halt und Optimismus.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien alles Gute und viel Kraft. Bleiben Sie zuversichtlich und gesund.

Mit freundlichen Grüßen
Christian Piwarz


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